Skitty-Schneeauftakt und U12 Kids-Cross am 26./27.1.19 in Othal

20190127 SeilbahnAnders als in den vorangegangenen Saisons in denen Oberwiesenthal nur die Austragung des Finales vorbehalten war, markiert Othal heuer das Alpha und das Omega der Skitty Saison.

Nach den bestrittenen „Dorfrennen“, die erste Einordnungsversuche der Leistungen ermöglichen, gelten Skitty-Cup und U12-Kids-Cross als das Maß der Dinge. Alles was Rang und Namen hat, das gesamte skiverrückte, talentierte, mutige, ambitionierte und erfahrene Ski-Volk rückt aus allen Ecken Sachsens und darüber hinaus zum Kräftemessen an. Mit dabei natürlich auch immer ein paar unerschrockene Neueinsteiger, die den Zirkus erstmalig betreten.

Trainingserfolge und Talente treffen auf Mut oder Muffensausen und manifestieren sich in den Ergebnislisten. Ich möchte und muss das diesmal wirklich nüchtern und objektiv betrachten: Für uns Einsiedler waren die Ergebnisse insgesamt einzuschätzen als: suboptimal, nur so mittel, mager, 3 minus, naja und hmmm…

Zusammenfassend blieben am Samstag nur eine Pokalplatzierung mit Platz 5 für Clara bei den Skittys und eine weitere mit Platz 5 für Anna in der U12 zu verbuchen. Am Sonntag rutschte Lisa durch das Fehlen einer Starterin aus Othal noch auf einen weiteren Pokalrang 5 vor, neben Clara und Anna, die ihre Platzierung vom Vortag halten konnten. Das war’s dann aber auch schon.

Hier die Ergebnisse des Skitty und die Ergebnisse im U12 Cup, die ich jetzt mal ein bisschen einordne und zurechtrücke:

Das Wetter:

War winterlich! Am Samstag schneite es unaufhaltsam. Die Strecke konnte nur durch das Durchrutschen der Eltern, Trainer und Betreuer unter brennenden Stechen in den Oberschenkeln halbwegs wettkampftauglich von der hohen Schneedecke befreit werden. Danke allen Rutschern dafür. Der Sonntag bot dann noch Nebelfelder, die den Fichtelberg und die Rennstrecke unter einer milchigen Dunstglocke verhüllten. Bei schönem Wetter kann ja jeder. Der Reif führte dann auch noch dazu, dass bis ca. 11 Uhr der Vierer-Sessellift nicht ging. So waren laufen bis zum Schlepper oder warten auf die Seilbahn angesagt.

Die Rennstrecke:

Ein typischer Oberwiesenthaler Kids-Cross. Der Start der Rennstrecke „Am Wäldchen“ befand sich in Höhe des Liftausstieges des kurzen Schleppers. Kurz nach den ersten Toren mussten „Kamelhöcker“, also kleine Buckel, bezwungen werden. Nach weiteren Schwüngen dann die Einfahrt in die Dreier-Wellenbahn mit Absprungpotential und der Ansage: „wer schluckt, der bleibt“. Die nächste Herausforderung dann die Schanze mit jeweils unterschiedlichen Anfahrtswegen am Samstag und am Sonntag. Ein kleines Dach folgte im unteren Streckenverlauf. Im drehend gesteckten unteren Streckenabschnitt kurz vor der Zieleinfahrt musste nochmal saubere Technik gezeigt werden. Die Laufzeiten siedelten sich zwischen knapp unter 40 Sekunden bis über eine Minute an.

Die Organisation:

Obwohl der Samstag mit Burgern startete, war der Sonntag gekrönt von den leckeren Nudeln der Othaler Vereinsmuttis. Darauf freuten sich die Kids schon bei der Anreise. Herzlichen Dank für die stets tolle Verpflegung. Vom Drängeln und Sortieren der Zeiten und Startnummern am kleinen Ergebnisschaufenster bis zur La Ola Welle war alles gewohnt professionell und reibungslos. Auf unserer Seite waren wir mit Nils am Samstag und Tino am Sonntag bestens betreut.

Die Leistungen der Einsiedler:

U8

Mit Jona und Johann haben wir endlich wieder ein paar männliche Eisen im Feuer. Für beide war es die Wettkampftaufe im Skitty-Betrieb. Zwei völlig verschiedene Typen mit völlig verschiedenen Ansätzen, so ein Rennen zu bestreiten aber insgesamt sehr viel Potenzial. Jona holt im „Lichterengel-Schneepflug-Harakiri“ mutig und beherzt beachtliche Zeiten - noch dazu im gelben Trikot. Johann hingegen hat trotz sauberer Technik und gutem Skigefühl noch mächtig Respekt vor der Strecke und fuhr seine Läufe mit Bedacht. Trotz Sturz im ersten Lauf fand er immer mehr Mut zurück und konnte sich mit jedem Lauf weiter verbessern. Das wird noch was.

Fazit: Mut ist die bessere Technik.

Emilia gelangen mit jedem Lauf deutliche Steigerungen. Sie geht gelassen mit den Herausforderungen um und kann als beste im jungen Jahrgang noch viele Erfahrungen sammeln.

Clara ist als dienstälteste Starterin in der U8 schon reich an derlei Erfahrungen und kann diese nun gekonnt einsetzen. An Mut und Wille fehlt es ihr nicht. Der Abstand nach ganz vorn ist nicht allzu groß, so dass sie hier noch zulegen kann und durchaus eine Stockerl-Platzierung möglich ist.

U10

Linus – als alter Rennhase – wurde erstmalig durch einen weiteren Einsiedler Mitstreiter in dieser Altersklasse verstärkt. Das mehr als 20 Jungs umfassende Starterfeld war gespickt mit Talenten, die sogar in der U12 in der TOP 10 mithalten konnten. Linus hat es so trotz deutlich gesteigerter Renntechnik nicht leicht unter den Pokalrängen mitzumischen, zumal auch noch einige nichtsächsische Sportler die Ergebnislisten insbesondere bei den vorderen Plätzen zierten. Mit Platz 8 und 9 erlangte Linus als kleiner Jahrgang im vorderen Mittelfeld dennoch ein sehenswertes Ergebnis. Dabei muss man erwähnen, dass am Sonntag noch mehr drin gewesen wäre, wäre er nicht direkt am ersten (!) Tor vorbei gefahren. Es hätte sich sogar eine Platzierung in Richtung Pokalwertung einstellen können. Der Ärger darüber war groß genug…das passiert auch sicher nicht noch einmal.

Moritz war als Skitty-Newcomer an beiden Tagen mit der vorletzten Platzierung ganz zufrieden. Dass da noch mehr geht, ist klar. Ein regelmäßiges Training bringt ihn sicher noch besser auf die Kante. Also fleißig sein und dazu lernen…dann sind auch bessere Platzierungen drin.

Unsere Mädchen haben mit Lisa als rennerfahrenste natürlich immer ein Vorbild vor Augen. Hannah, Mara und Rosi müssen da erstmal ran kommen. Obwohl auch Lisa mit Platz 7 und 5 nur im guten Mittelfeld lag, kann sie auf die beste Einsiedler Leistung zurück blicken auch wenn bis nach ganz vorn noch zwei bis drei Sekunden dazwischen liegen.

Hannah reihte sich dann als nächstes im Mittelfeld ein. Mit Platz 11 und 9 war eine deutliche Steigerung drin. Wie das ging? „Ich habe mir einfach vorgestellt, ich bin die Anna“ antwortete Hannah nach ihrer fast 6-sekündigen Verbesserung im Lauf 2 am Samstag den Reporterfragen. Wenn das funktioniert, dann sind wir auf die nächsten Rennen sehr gespannt.

Maras Aufgabe bestand zunächst darin, ihre Othal-Sturz-Angst zu überwinden. Sie nahm allen Mut zusammen und kam immer sicher über die Schanze. Leider fuhr sie den Rest der Strecke im Touri-Modus - gechillt und schön lässig ohne Hoch-Tief-Bewegung oder gar anstrengenden Hüftknick. Zwar laufen ihre Ski wie auf Schienen - nur fährt ja der ICE leider auch noch nicht nach Chemnitz. Platz 12 jeweils für Mara. Mal sehen ob sie den Race-Schalter irgendwo hat und findet.

Rosis Läufe waren ebenso schön anzusehen, jedoch spiegelte sich das nicht in schönen Zeiten wieder. Leider nur jeweils der dritte Platz von hinten.

Erneutes Fazit: Mut ist die bessere Technik

Kids Cross Qualifikation

Im U12 Cup, der gleichzeitig die Qualifikation zum DSV Kids-Cross darstellt, gingen Anna und Kenny an den Start.

Mit jeweils Platz 5 rückt für Anna das Ticket zum Kids-Cross-Finale in Bad Wiessee in Reichweite. Ihre beeindruckende Technik und ihre Spritzigkeit trotzen den vielen fehlenden Zentimetern zur Kopfhöhe der Konkurrenz. Sie gibt alles was sie hat und fährt souverän gute Zeiten ein. Das ist klasse und absolut sehenswert. Weiter so Anna.

Kenny schrammte jeweils nur knapp an den Pokalplatzierungen vorbei. Für die TOP 10 und damit einen Startplatz in der ARGE NWO reicht das aber sicher. Denn Kenny will auf jeden Fall auch in Bad Wiessee mit heizen.

Überflieger oder Platzierungsautomatismen gibt es derzeit keine und wir müssen viel tun, um der bei der sächsischen Konkurrenz weiter mithalten zu können. Dabei haben wir wirklich gute Voraussetzungen: die relative Nähe zum Winterberg in Othal, aktuell sogar Schnee am eigenen Hang, eine hohe Trainerzahl, eine herausragende Trainingsorganisation mit unserem Ali, immer wieder Neuzugänge, Spaß und Freude in den Trainingsgruppen. Was sind nun die Ursachen? Fehlen die Talente? Sind wir insgesamt doch zu wenige aktive Racer? Fehlt wettkampfspezifisches Training? Scheitert es am Material? Ist die Einstellung falsch?

Wir sollten uns solchen Fragen stellen. Auch wenn Spaß und Freude am Skifahren im Vordergrund stehen, tun alle Beteiligten doch eine Menge. Es wäre schade und demotivierend, wenn dadurch so gar keine Früchte mehr zu ernten wären. Viel Erfolg dabei!